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Freitag, 10.04.2020

Freitag, 10.04.2020

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Das teiloffene Konzept

In unserer Einrichtung gibt es zwei Kindergartengruppen (rote, gelbe Gruppe) mit jeweils bis zu 28 Kindern. Um jedes Kind individuell wahrnehmen, unterstützen und fördern zu können, haben wir uns dazu entschlossen, nach dem teiloffenen Konzept zu arbeiten. Durch regelmäßige Fortbildungen und Supervisionen passen wir unser Konzept den gegenwärtigen Bedingungen und Veränderungen an.

Unter dem teiloffenen Konzept ist eine Auflösung der sogenannten festen „Stammgruppen“ zu verstehen. Die Kinder wählen sich ihren Spielraum, in welchem sie sich bewegen und lernen möchten, selbst. Hierbei konnten wir beobachten, dass die Spielfreude, die Aufmerksamkeit und Konzentration gestiegen sind und Unzufriedenheit, sowie Langeweile zurückgingen. Diesem Konzept liegt ein Partizipationsverständnis zugrunde, welches das Kind als aktiven Mitgestalter seines Lernens sieht. Der Erzieher ist ein Beobachter und Begleiter des Kindes. Er sieht sich als Coach oder Berater und nicht als ein Motivator, der das Kind unaufhaltsam stimuliert. Wir als Pädagogen des teiloffenen Konzepts sehen das Kind als ein von Natur aus neugieriges und wissbegieriges Wesen, das von sich aus eine hohe Motivation zum Lernen zeigt. Wer selbstbestimmt und voll Begeisterung und Neugier gelernt hat zu Lernen, dem fällt es in der Zukunft gerichtet leichter neue Inhalte zu vertiefen und zu behalten.

"Denn nur für das, was einem Menschen wichtig ist, kann er sich auch begeistern, und nur wenn sich ein Mensch für etwas begeistert, werden all jene Netzwerke ausgebaut und verbessert, die der betreffende Mensch in diesem Zustand der Begeisterung nutzt. Zwanzig bis fünfzig Mal am Tag erlebt ein Kleinkind diesen Zustand. Jeder dieser kleinen Begeisterungsstürme führt gewissermaßen dazu, dass im Hirn die Gießkanne mit dem Dünger angestellt wird, der für alle Wachstums- und Umbauprozesse von neuronalen Netzwerken gebraucht wird." (Gerald Hüther (dt. Neurobiologe)

Praktisch gesehen bedeutet dies:

  • Die Kinder kommen zwischen 7:00 – 9:00 Uhr in einer bzw. in zwei Gruppen an.
  • Sie begegnen sich und haben Zeit langsam in den Tag zu starten.
  • Nach einer kurzen gemeinsamen Begrüßung um 9:00 Uhr haben die Kinder die Möglichkeit zwischen ihrer Stammgruppe, der anderen Kindergartengruppe und dem Bewegungsraum zu wählen.


Die Vorschulkinder, die bei uns Pusteblumen genannt werden, (das sind Kinder, die das letzte Jahr vor ihrer Einschulung in unserer Einrichtung sind) sind an einem festen Tag in der Woche in dem Funktionsraum „Lernwerkstatt“ und haben einen Tag, an dem sie diesen Raum frei wählen können. Haben sich die Kinder für einen Bereich entschieden, verbringen sie dort den ganzen Vormittag bis zur Gartenzeit.

Unsere Fachkräfte räumen allen Kindern eine freie Wahl des Spielortes ein, sie dokumentieren die Wahl des Kindes, beobachten das Spielverhalten und leiten, wenn nötig, dazu an neue Bereiche kennenzulernen.
Kinder die aus eigener Motivation über längere Zeit den Spiel– und Erfahrungsraum nicht wechseln möchten, werden von unseren Fachkräften behutsam an die Hand genommen, um neue Eindrücke gewinnen zu können. Dem Kind wird dann die Rolle als Beobachter zugestanden, um in Ruhe die neue Situation analysieren und einschätzen zu können.
Wir als Begleiter stellen Wahlmöglichkeiten dar, gestalten die Funktionsräume, beobachten, begleiten und geben dem Kind Struktur.

Dieses Konzept ermöglicht:

  • Den Kindern selbstbestimmt zu Arbeiten/ Spielen
  • Das Spielen/ Arbeiten in kleineren (8-15 Kindern) Gruppen (ruhige Atmosphäre, konzentriertes Arbeiten…)
  • Von Kindern freigewählte Aktivitäten (Die Kinder können ihren Bedürfnissen orientiert arbeiten)
  • Gezieltes Beobachten, seitens der Fachkräfte, um daraus resultierende individuelle Lernschritte für das jeweilige Kind auszuarbeiten
  • Individuelle Begleitung der Kinder in ihrer eigenen Entwicklung
  • Freundschaften der Kinder Gruppenübergreifend pflegen

Mehr zu unserem Kindergarten finden Sie hier: